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"Arbeitslos 2005: Chancen statt Vorurteile." Zum Caritas-Jahresthema 2005
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Wenn man nur die Schlagzeilen der letzten Wochen des zurückliegenden Jahres Revue passieren lässt: Kaufhof-Quelle, Opel, VW
... dann müsste es inzwischen allen klar sein: Arbeitslosigkeit kann jede/n treffen. Auch einen Personenkreis, der bislang
berufstätig war und durch den Konkurs seines Betriebs, durch die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland oder durch
andere Umstände unversehens seinen Arbeitsplatz verliert: Wenn man in der falschen Region in der falschen Branche tätig ist;
wenn man auf Grund familiärer Umstände seinen Lebensmittelpunkt nicht verändern kann; wenn man das Pech hat, zu alt zu sein,
die falsche Ausbildung oder das falsche Studium gewählt zu haben; wenn man - oft falsch beraten - Weiterbildung um Weiterbildung
absolviert hat, um am Ende nicht zu alt, sondern auch überqualifiziert zu sein .... Wenn, wenn, wenn ... Es gibt viele Möglichkeiten.
Und längst ist nachgewiesen, dass ein sehr hoher Prozentsatz der Arbeitslosen nichts lieber tun würde als arbeiten; und längst
weiß man, wie belastend sich anhaltende Arbeitslosigkeit nicht nur auf die wirtschaftliche Existenz, sondern auch auf die
physische und psychische Gesundheit, auf Beziehungen, das Familienleben, die sozialen Kontakte ... auswirken.
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UND TROTZDEM: In der öffentlichen Meinung und in der politischen Diskussion herrscht weithin nach wie vor das Bild vom uneingeschränkt
leistungsfähigen Arbeitslosen vor, der lediglich auf Grund selbst zu verantwortender Lethargie, mangelnder Flexibilität und
unzureichender Mobilität keinen Arbeitsplatz findet. Das Vorurteil "die wollen ja eigentlich gar nicht" ist, so belegen Umfragen,
verbreiteter denn je. Und auch das weiß man: Vorurteile erzeugen eine eigene Art von Realität ...
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Die Caritas, die sich nach ihrem Leitbild als "Anwalt und Partner Benachteiligter" versteht, kann nicht hinnehmen, dass den
Betroffenen zu ihrer Not auch noch die Schmach öffentlicher Diffamierung zugefügt wird. In einem Jahr, das dazuhin wohl keine
entscheidende Wende auf dem Arbeitsmarkt erwarten lässt, wohl aber eine völlig veränderte Situation für arbeitslose Menschen,
deren Ausmaß und Auswirkungen (noch) nicht absehbar sind - Stichwort: Hartz IV - , setzt der katholische Wohlfahrtsverband
darum mit seinem Jahresthema ein klares Zeichen: "Arbeitslos 2005: Chancen statt Vorurteile" soll als Leitgedanke über diesem
Jahr stehen. Als "Stachel im Fleisch", als Anstoß, den gesellschaftlichen Skandal hoher Arbeitslosigkeit nicht als Normalität
zu akzeptieren, als Appell an jede/n Einzelne/n: An seinem und ihrem Platz das Mögliche zu tun, um verletzenden Vorurteilen
gegenüber arbeitslosen Menschen entschieden zu begegnen und auch auf diesem Weg "Tendenzen der Entsolidarisierung" entgegen
zu wirken, die für die Substanz und damit die Zukunft dieser Gesellschaft gefährlich sind.
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Barbara Deifel-Vogelmann
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Auf Wunsch senden wir Ihnen auch gerne Einzelexemplare in gedruckter Form zu - solange der Vorrat reicht (Bestellung bei Sybille
El Bani, Tel.: 07 11/26 33-11 12 oder per E-Mail: elbani@caritas-dicvrs.de<SPAN endtag="true"></SPAN>).
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Bitte lesen Sie auch die Broschüre "Chancen statt Vorurteile", Gestaltung von Zusatzjobs im Rahmen der Grundsicherung für
Arbeitssuchende. Mehr Infos ...
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