Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. - 2005: Arbeitslos 2005: Chancen statt Vorurteile.

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Handreichungen zu den Caritas-Kampagnen
2012: Armut macht krank
2011: Kein Mensch ist perfekt
2010: Experten fürs Leben
2009: Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft.
2008: Achten statt Ächten
2007: Mach dich stark für starke Kinder.
2006: Integration beginnt im Kopf. Für ein besseres Miteinander von Deutschen und Zuwanderern.
2005: Arbeitslos 2005: Chancen statt Vorurteile.
2004: Soziale Berufe. Wir sehen uns.
2003: Zuschauen hilft nicht - Verantwortung ist weltweit.
2002: Psychisch krank.
2001: Einsam.


"Arbeitslos 2005: Chancen statt Vorurteile."
Zum Caritas-Jahresthema 2005

Wenn man nur die Schlagzeilen der letzten Wochen des zurückliegenden Jahres Revue passieren lässt: Kaufhof-Quelle, Opel, VW ... dann müsste es inzwischen allen klar sein: Arbeitslosigkeit kann jede/n treffen. Auch einen Personenkreis, der bislang berufstätig war und durch den Konkurs seines Betriebs, durch die Verlagerung von Produktionsstätten ins Ausland oder durch andere Umstände unversehens seinen Arbeitsplatz verliert: Wenn man in der falschen Region in der falschen Branche tätig ist; wenn man auf Grund familiärer Umstände seinen Lebensmittelpunkt nicht verändern kann; wenn man das Pech hat, zu alt zu sein, die falsche Ausbildung oder das falsche Studium gewählt zu haben; wenn man - oft falsch beraten - Weiterbildung um Weiterbildung absolviert hat, um am Ende nicht zu alt, sondern auch überqualifiziert zu sein .... Wenn, wenn, wenn ... Es gibt viele Möglichkeiten. Und längst ist nachgewiesen, dass ein sehr hoher Prozentsatz der Arbeitslosen nichts lieber tun würde als arbeiten; und längst weiß man, wie belastend sich anhaltende Arbeitslosigkeit nicht nur auf die wirtschaftliche Existenz, sondern auch auf die physische und psychische Gesundheit, auf Beziehungen, das Familienleben, die sozialen Kontakte ... auswirken.

UND TROTZDEM: In der öffentlichen Meinung und in der politischen Diskussion herrscht weithin nach wie vor das Bild vom uneingeschränkt leistungsfähigen Arbeitslosen vor, der lediglich auf Grund selbst zu verantwortender Lethargie, mangelnder Flexibilität und unzureichender Mobilität keinen Arbeitsplatz findet. Das Vorurteil "die wollen ja eigentlich gar nicht" ist, so belegen Umfragen, verbreiteter denn je. Und auch das weiß man: Vorurteile erzeugen eine eigene Art von Realität ...

Die Caritas, die sich nach ihrem Leitbild als "Anwalt und Partner Benachteiligter" versteht, kann nicht hinnehmen, dass den Betroffenen zu ihrer Not auch noch die Schmach öffentlicher Diffamierung zugefügt wird. In einem Jahr, das dazuhin wohl keine entscheidende Wende auf dem Arbeitsmarkt erwarten lässt, wohl aber eine völlig veränderte Situation für arbeitslose Menschen, deren Ausmaß und Auswirkungen (noch) nicht absehbar sind - Stichwort: Hartz IV - , setzt der katholische Wohlfahrtsverband darum mit seinem Jahresthema ein klares Zeichen: "Arbeitslos 2005: Chancen statt Vorurteile" soll als Leitgedanke über diesem Jahr stehen. Als "Stachel im Fleisch", als Anstoß, den gesellschaftlichen Skandal hoher Arbeitslosigkeit nicht als Normalität zu akzeptieren, als Appell an jede/n Einzelne/n: An seinem und ihrem Platz das Mögliche zu tun, um verletzenden Vorurteilen gegenüber arbeitslosen Menschen entschieden zu begegnen und auch auf diesem Weg "Tendenzen der Entsolidarisierung" entgegen zu wirken, die für die Substanz und damit die Zukunft dieser Gesellschaft gefährlich sind.

Barbara Deifel-Vogelmann

 
 
Handreichung zum Jahresthema 2005
 
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Bitte lesen Sie auch die Broschüre "Chancen statt Vorurteile", Gestaltung von Zusatzjobs im Rahmen der Grundsicherung für Arbeitssuchende. Mehr Infos ...