Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. - Caritas-Preis "Solidarität stärken"

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Preisträger des Caritas-Preises

Preisträger 2009

Initiative "Hilfe bei Selbsttötungsgefahr und Lebenskrisen" - Arbeitskreis Leben (AKL) Sindelfingen e.V.

Die Initiative wendet sich an Suizidgefährdete und deren Bezugspersonen, an Menschen nach einem Suizidversuch und Hinterbliebene von Suizidopfern. Aufgabe des Arbeitskreises ist es, Menschen in suizidalen Krisen zur Seite zu stehen, bei suizidaler Absicht präventiv, nach einem überlebten Suizidversuch nachsorgend die nötigen Schritte zu unterstützen, damit die Betroffenen wieder ins Leben zurückfinden. Suizidnachsorge geschieht konzentriert auf das Klinikum Sindelfingen, präventiv ist der AK Leben im Landkreis Böblingen aktiv.

Die Initiative wird getragen vom Arbeitkreis Leben Sindelfingen e.V.: 11 ehrenamtlich Engagierte sind derzeit aktiv und stehen Menschen in suizidalen Krisen zur Seite; im Jahr 2008 wurden 50 Personen begleitet. Selbsthilfegruppen und Psychologische Beratungsstellen sind Kooperationspartner. Informationsveranstaltungen finden in Schulen, Vereinen, Kirchengemeinden statt.

Kontakt:
Claudia Gabrys, Tel. 07031 66822026, c.gabrys@klinikverbund-suedwest.de
Uwe Kleemann, Tel. 07034 30802, ukleemann@online.de

Initiative "Kinderhospizclowns", Kinderhospizdienst Kirchheim unter Teck

Die Initiative wendet sich an Familien, in denen Kinder lebensverkürzt erkrankt sind oder in denen Kinder Sterben, Tod und Trauer direkt erleben. Die "ambulanten" Clowns des Kinderhospizdienstes kommen direkt in die Familien. Die Clowns sind darauf vorbereitet, nicht ein festes Stück zu spielen, sondern mit den Kindern und anwesenden Geschwisterkindern und Erwachsenen zu arbeiten, d.h. sie in ihr Spiel mit einzubeziehen. Der Einsatz von ambulanten ehrenamtlichen Clowns in der Kinderhospizarbeit ist nach Selbstauskunft der Initiatoren bundesweit einmalig. Im Jahr 2006 konnte eine erste Gruppe von zehn Clowns nach sorgfältiger Vorbereitung die Arbeit beginnen. Die Planung einer zweiten Ausbildungsgruppe steht derzeit an.

Neben den Clowns sind ehrenamtliche Patinnen und Paten des häuslichen Kinderhospizdienstes im Einsatz und leisten durch Besuchs-, Gesprächs- und Spielangebote wertvolle, familienentlastende Unterstützung.

Kontakt:
Diakon Georg Hug, Telefon: 07021 9214107, Georg.Hug@kinderhospizdienst.de

Initiative "Second-Hand-Boutique PragA", Katholische Kirchengemeinde St. Georg in Stuttgart und Caritasverband für Stuttgart e.V.

Das Projekt "Second-Hand-Boutique PragA" wendet sich an arbeitslose Frauen, die Empfängerinnen von Leistungen aus dem SGB II sind. Die Eröffnung der Boutique erfolgte im September 2008. In der Boutique arbeiten 15 vorher arbeitslose Frauen in Arbeitsgelegenheiten (1€-Jobs). Die Leitung der Boutique liegt in den Händen zweier hauptberuflich tätiger Frauen, die u.a. in der Anleitung der "1€-Jobberinnnen" tätig sind. Anleitung geschieht in den Bereichen Warenkunde, Wäschepflege, Verkauf und Änderungsschneiderei. Ziel ist die Wiedereingliederung der arbeitslosen Frauen in den beruflichen Alltag. In der Boutique PragA wird gespendete Ware verkauft; einkaufen kann "jedefrau", was die Stigmatisierung vermeiden hilft. Ehrenamtliche aus Kirchengemeinden im Stuttgarter Norden unterstützen das Projekt in verschiedenen Bereichen, z.B. im Verkauf am Samstag.

Kontakt:
Diakon Alfred Nicklaus,Telefon: 0711 25359371; nicklaus@st-georg-stuttgart.de

Initiative "Gemeinsam aktiv - Ehrenamtliche lernen gemeinsam mit Praktikanten die soziale Arbeit der Bahnhofsmission kennen", Bahnhofsmission Ulm, IN VIA- Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit

Das Projekt "Gemeinsam aktiv" wendet sich an Schülerinnen und Schüler, die im Rahmen von "sozialem Lernen" ein Praktikum machen und an junge Menschen, die stundenweise gemeinnützige Arbeit ableisten müssen. Die Jugendlichen werden während der Zeit des Praktikums in den normalen Arbeitsprozess der Bahnhofsmission in Ulm eingebunden. Im "Dienst am Gleis" steht die Unterstützung für Reisende im Vordergrund (Umsteigehilfe, etc.), im "Dienst in den Räumen" der Bahnhofsmission geschieht vielfältige Unterstützung in Form von Gesprächsangeboten, Vermittlung in weitere Hilfen oder - soweit möglich - individuelle Hilfen. Die Jugendlichen im Projekt "Gemeinsam aktiv" werden im Praktikum von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitenden begleitet und angeleitet.

Kontakt:
Hedwig Krauth, Telefon: 0711 24893114, h.krauth@invia-drs.de

 

Preisträger 2008

Preisträger in der Dimension Selbstbestimmung/Teilhabe:

Initiative Lesewelt Ravensburg, getragen vom Verein Lesewelt Ravensburg e.V.

Die "Initiative Lesewelt Ravensburg" wendet sich an Kinder mit Sprachdefiziten oder Migrationshintergrund im Alter von 2 - 12 Jahren. 44 Vorleser unterschiedlichen Alters sind in Ravensburg, Weingarten und Umgebung an verschiedenen Vorleseorten im Einsatz: in Kindergarten und Schule, Stadtbücherei, Familientreff und Seniorenheim. Dabei bilden sie die Zuhörer nicht nur, sondern nehmen sich Zeit füreinander und schenken einander. Kindern eröffnet das Vorlesen die faszinierende Welt der Lesenden und Schreibenden - und der Fantasie. Einmal wöchentlich wird im Kindergarten mit hohem Migrantenanteil vorgelesen. Ein Lesekärtle motiviert die Kinder zum Wiederkommen. Die "Initiative Lesewelt" organisiert auch verschiedene Aktionen und Veranstaltungen, wie z. B. Ravensburger Vorlesetag oder Leseseminare und kooperiert mit Stadtbücherei, Familientreff der Caritas, Buchverlagen, Kindergärten und Schulen.

Kontakt: Melanie Friedrich, Telefon: 0751/552526, E-Mail: info@lesewelt-ravensburg.de .

Preisträger in der Dimension Spiritualität:

Initiative "Kultur für Arme", getragen vom Caritasverband für Stuttgart e.V., Regionale Beratungsstelle und Tagesstätte "Olga 46"

Täglich kommen rund 140 Arme in die Tagesstätte für Wohnungslose der Stuttgarter Caritas, die "Olga 46". Sie ist zu einem wichtigen und zentralen Ort in ihrem Leben geworden. Hier erhalten sie eine materielle Grundversorgung (Essen, Kleidung, Waschgelegenheit) und planen gemeinsam Kino- und Theaterbesuche und Freizeitaktivitäten. In "Olga 46" wird konsequent materieller wie geistig-seelischer Not begegnet. Mit ihrer Initiative "Kultur für Arme" wendet sich die Tagesstätte an potenzielle Spender und Sponsoren, die zur kulturellen und gesellschaftlichen Teilhabe von Armen beitragen. Mitarbeiter und Besucher der Tagesstätte, eine Werbeagentur und ein Fotograf entwickelten eine Werbekampagne zum Thema "Arme und kulturelle Teilhabe". Gemeinsam brachten sie diese Botschaft ohne moralischen Zeigefinger in die Öffentlichkeit. Fotoshooting, Texte, Werbematerialien entstanden in gemeinsamer Verantwortung.

Kontakt: Harald Wohlmann, Tel: 0711/2387965, E-Mail: h.wohlmann@caritas-stuttgart.de .

Preisträger in der Dimension politisches Handeln:

Initiative "Ausweg" - Ehrenamtliche Begleitung von überschuldeten Menschen, getragen von Caritas Bodensee-Oberschwaben und Katholischer Gesamtkirchengemeinde Friedrichshafen

Die Initiative "Ausweg" hilft seit November 2007 überschuldeten Menschen in Friedrichshafen und Umgebung und war eine Reaktion auf die Überlastung der Schuldnerberatungsstelle und die z. T. sehr langen Wartezeiten dort. 16 Ehrenamtliche engagieren sich für überschuldete Menschen komplementär zur bestehenden Schuldnerberatungsstelle. Die Ehrenamtlichen erstellen z. B. eine Schuldenübersicht, stellen einen Haushaltsplan auf, nehmen Kontakt mit Gläubigern auf und helfen bei Anträgen und Behördengängen. 25 überschuldete Menschen wurden schon begleitet. In den meisten Fällen wurde ein "Ausweg" aus der Schuldenfalle gefunden. Das Projekt kooperiert eng mit der professionellen Schulderberatungsstelle, städtischen Behörden, Trägern anderer sozialer Dienste und Kirchengemeinden.

Kontakt: Wolfgang Stockburger, Tel. 07541/370041, E-Mail: w.stockburger@gkg-fn.de .

Preisträger 2007

1. Preis: Initiative "Bürger für Bürger" - Integration von Migranten und Unterstützung und Förderung von Jugendlichen
Kath. Kirchengemeinde St. Johannes Baptist, Weil im Schönbuch

Bürger für Bürger - die ökumenische Initiative für soziale Einzelfallhilfe wendet sich an die Bewohnerinnen und Bewohner der Gemeinden Weil im Schönbuch, Breitenstein, Neuweiler und Dettenhausen.

Im Jahr 2003 war die Initiative bereits unter den Preisträgern des Caritas-Preises. Die ökumenische Initiative hat mittlerweile ihre Aktivitäten weiter entwickelt. Schwerpunkte neben der Einzelfallhilfe sind nun die Integration von Familien mit Migrationshintergrund (Begleitdienste zu Behörden/Einrichtungen, Unterstützung bei Arbeitssuche und Bewerbung, Beteiligung der Familien bei kommunalen und kirchlichen Gemeindefesten und -aktionen) und die Unterstützung und Förderung von Kindern und Jugendlichen: Auch hier ist ein ganzes Bündel von Maßnahmen entwickelt worden, wie z.B. die Nachhilfe für sozial schwache Schüler durch Schüler aus dem Gymnasium, Patenschaften für Schülerinnen und Schüler zum Übergang von der Hauptschule ins Berufsleben, Kochen mit einem "Sternekoch" (Esskultur erleben), Bewerbertraining.

Kontakt: Gerhard Frech, Telefon: 0172-7552694, E-Mail: gerhardfrech@web.de

2. Preis: Initiative "Christen und Muslime im Gespräch"- Hausaufgabenbetreuung in der Moschee in Echterdingen, Kath. Kirchengemeinde St. Peter und Paul, Leinfelden

Die Initiative wendet sich an muslimische Schülerinnen und Schüler in Leinfelden-Echterdingen und deren Eltern und Familien. Sie bietet, einmal wöchentlich, Hausaufgabenbetreuung in den Räumen der Moschee in Echterdingen an. 15-20 Schülerinnen und Schüler nehmen daran teil; Kinder und Jugendliche aus allen Schularten (vorwiegend aus der Grundschule) sind beteiligt. Die Hausaufgabenbetreuung wird von ehrenamtlich Engagierten aus der Kath. Kirchengemeinde durchgeführt in Kooperation mit der muslimischen Gemeinde und dem Verein für Kultur, Bildung und Integration, in dem muslimische Mitbürger engagiert sind. Aus dem intensiven Kontakt zu den Eltern der Kinder ist ein weiteres Engagement entstanden: Einmal wöchentlich wird den Eltern Deutschunterricht zur Verbesserung der Sprachkenntnisse angeboten.

Eine Phase des Dialogs zwischen Christen und Muslimen in der Stadt ging der konkreten Initiative zur Hausaufgabenbetreuung voraus. Dieser Dialog - von Achtung und Wertschätzung geprägt - wirkt und besteht weiter, fördert und stärkt das vertrauensvolle Miteinander der Menschen.

Kontakt: Inge Hentschel, Telefon: 0711/791414, E-Mail: inge.hentschel@web.de und Helga Koeppe, Telefon: 0711/7541060, E-Mail: A-H.Koeppe@t-online.de

3. Preis: Projekt "Musik verbindet" - Verein Musical-Kids, Schwäbisch Gmünd in Kooperation mit der Caritas Ost-Württemberg und der Stiftung Haus Lindenhof, Schwäbisch Gmünd

Das Projekt wendet sich an Jugendliche des Vereins Musical-Kids und lern- und geistigbehinderte Jugendliche aus dem Haus St. Raphael der Stiftung Haus Lindenhof in Schwäbisch Gmünd. In der gemeinsamen Konzeptionierung, Erarbeitung und Aufführung eines Konzertes wollen beide Gruppierungen in Kontakt miteinander kommen, Begegnung erleben und von- und miteinander lernen. Der Abbau von Hemmschwellen, der Spaß am gemeinsamen sozialen Engagement, das Wahrnehmen und Wertschätzen von Talenten und Fähigkeiten und der gleichberechtigte, partnerschaftliche Umgang miteinander sind wesentliche Ziele des Projektes. 15 Musicalkids und 5 Jugendliche mit Behinderungen werden das Projekt gemeinsam im Zeitraum von Juli 2007 bis Sommer 2008 durchführen, begleitet von Bürgermentoren der Stadt und hauptberuflichen MitarbeiterInnen der Stiftung Haus Lindenhof und der Caritas Ost-Württemberg. Das Projekt ist langfristig angelegt und strebt eine kontinuierliche Kooperation im Sinne einer Patenschaft an.

Kontakt: Sandra Stelzer, Telefon: 07963/841441, E-Mail: sandra_stelzer@t-online.de

Preisträger 2006

1. Preis: Projekt "Bewohnertreff unterm Buch", Katholische Kirchengemeinde St. Franziskus, Schwäbisch Gmünd

Das Projekt "Bewohnertreff im Buch" wendet sich an die Bewohnerinnen und Bewohner in der Gmünder Oststadt, einem "von der Sozialstruktur sehr benachteiligtem Teil des Gemeindegebietes" (Zitat Ralf Weber). Die Kirchengemeinde engagiert sich als Träger dieses Projektes seit September 2004 in einem Netzwerk verschiedener Akteure aus kommunalen und kirchlichen Partnern als ein "Mitspieler ... in diesem sozialen Stadtentwicklungsprozess" (Weber).

Das Projekt hat sich zur Aufgabe gemacht, die Einrichtung eines Bewohnertreffs im Stadtteil voranzubringen und dies u. a. durch Bereitstellung von vorhandenen kircheneigenen Räumlichkeiten zu unterstützen.

Die Aktivierung und Unterstützung der Bewohnerschaft zur Verbesserung des sozialen Miteinanders und die Initiierung von Begegnungsmöglichkeiten werden als Ziele benannt und sind in ersten Schritten (Fragebogenaktion, Stadtteil-/ Nachbarschaftsfeste) - mit guten Ergebnissen - bereits realisiert.

Kontakt: Ralf Weber, Telefon: 07171/1049299, E-Mail: flar_weber@web.de , Benno Engel, benno.engel@t-online.de

2. Preis : Projekt "Integration von Migranten- und Aussiedlerfamilien durch Schülernachhilfe", gemeinsam getragen vom Arbeitskreis Aussiedler der Katholischen Kirchengemeinde St. Blasius in Ehingen und dem Ehinger Freundeskreis Migranten e.V.

Das Projekt wendet sich an Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund (vorwiegend Aussiedler) an verschiedenen Schulen in Ehingen und deren Eltern und Familien und bietet ihnen Schülernachhilfe in den Sprachen Deutsch und Englisch an. Derzeit nehmen etwa 60 Schülerinnen und Schüler daran teil, von Klasse 1 bis zum Abitur und quer durch alle Schularten von Hauptschule bis Gymnasium. Unter den haupt- und ehrenamtlichen Lehrkräften sind einige Abiturienten tätig.

Das Projekt wird von den beiden Initiativkreisen, dem Arbeitskreis Aussiedler der Katholischen Kirchengemeinde St. Blasius, Ehingen und dem Ehinger Freundeskreis Migranten e.V. in enger Kooperation verantwortet. Neben der Schülernachhilfe bestehen weitere Unterstützungsangebote in regelmäßigen Besuchsdiensten (vor allem der Aussiedler), Begleitung bei Behördengängen und der Unterstützung bei Arbeits- und Wohnungssuche. Weitere Kooperationspartner sind die Hauptberuflichen des Caritas-Migrationsdienstes und des Internationalen Bundes (IB).

Kontakt: Heidi Porsche, Tel. 07391/51337 und Rainer Lingg, Tel. 07391/6636

3. Preis: Initiative "Progetto Speranza - No alla droga. Si alla vita. / Nein Zur Droge. Ja zum Leben." getragen vom gleichnamigen Verein Progetto Speranza e.V. in Stuttgart

Das Projekt wendet sich an italienische Jugendliche mit Drogenproblemen und ihre Familien. Der Hilfeansatz umfasst die aufsuchende Hilfe (z. B. Streetwork), die direkte Beratung der Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die Vermittlung von Therapiestellen und das Aufzeigen von Ausstiegshilfen. Eine Selbsthilfe-Gruppe der betroffenen Familien besteht ergänzend dazu.

Kooperationspartner sind Fachstellen der Suchtberatung, wie der Verein Release in Stuttgart und das Centro Italiano di Solidarieta (CEIS), einer gemeinnützigen Organisation, die landesweit in Italien im Bereich der Drogenberatung und -therapie tätig ist, Katholische Italienische Kirchengemeinden (Missionen), der Verein ACLI (vergleichbar dem CAJ, Christliche Arbeitjugend in Deutschland) und Behörden.

Kontakt: Duillio Zanibellato, Tel. 0711/6018731-0 und Guiseppe Tabbi, Tel. 0711/603198
E-Mail: aclibw@yahoo.de oder zanibellato@enaip.de

Preisträger 2005

1. Preis: "Vergißmeinnicht"- Angebote für altersverwirrte und an einer Demenz erkrankte Menschen und deren Angehörige, Sozialstation Abtsgmünd

Das Projekt "Vergissmeinnicht" wendet sich an altersverwirrte und an einer Demenz erkrankte Menschen und deren Angehörige. Seit drei Jahren bietet die Sozialstation in diesem Projekt ein Bündel von verschiedenen, aufeinander abgestimmten Hilfeaktivitäten für diese Zielgruppen an, wie zum Beispiel: Info-Abende, Beratungen, Kurse, Cafe, Gesprächskreise, Schulungen, Nachtwachen, Tanzcafe, Entspannungstage für pflegende Angehörige. Die Unterstützungsmöglichkeiten haben vor allem das Ziel, dementiell erkrankte Menschen in ihrer vertrauten Umgebung möglichst lange mit guter Lebensqualität zu belassen. Die Kooperation und die Einbindung verschiedener gesellschaftlicher Kräfte gelingt vorbildlich. Kooperiert wird mit: Nachbarschaftshilfe Aalen-Fachsenfeld, Kirchengemeinden, bürgerschaftlich engagierte Menschen, Fachärzte, Jugendliche, Schüler, Konfirmanden, Praktikanten.

Kontakt: Frau Heidi Kratochwille, Sozialstation Abtsgmünd, Telefon: 07366/9633-0, Email: sozialstation-abtsgmuend@t-online.de

2. Preis (A): "Der Drachen - L'Aquilone": 60 Minuten Zeit schenken, damit die SchülerInnen der Pestalozzi-Schule genügend Wind zum Abheben bekommen. -Katholische Kirchengemeinden Zu Unserer lieben Frau, Filderstadt-Bonlandenund Katholische Kirchengemeinde St. Stephanus, Filderstadt-Bernhausen

Das Projekt wendet sich an Schülerinnen und Schüler der Pestalozzischule, eine Förderschule in Filderstadt-Sielmingen und deren Eltern und Familien. Viele Kinder stammen aus sozial schwachen Familien, oft mit Migrationshintergrund. Der Schule fehlen personelle und finanzielle Mittel, um pädagogisch als notwendig erachtete Aktivitäten zu entwickeln. Das Projekt bietet Angebote wie Hausaufgabenbetreuung, Frühstücksangebot, Spiel- und Freizeitangebot wie Bastelnachmittag, Vorlesestunde, Trommel-Nachmittag u.a.. Kooperationspartner sind die in der Katholischen Seelsorgeeinheit Filderstadt zusammengeschlossenen Kirchengemeinden, die Caritasausschüsse, hauptamtlichen Mitarbeiter der Kirchengemeinden, Pestalozzischule Filderstadt, Caritasverband Fils-Neckar-Alb, ehrenamtlich engagierte Bürger/innen aus Filderstadt.

Kontakt: Diakon Antonio Lo Bello, Telefon: 0711/6013533 und Frau Marie-Paule Albin,Telefon: 0711/776097

2. Preis (B): "the new generation -Freiheit beginnt wo Sucht endet", Kreuzbund Marbach 2

Das Projekt wendet sich an junge suchtkranke Menschen und ihre Familien. Der Hilfeansatz der Selbsthilfe-Gruppe ist dahingehend neu, dass das Suchtmittel keine Relevanz mehr hat. Die Gruppe besteht seit ca. 1,5 Jahren und bietet über das Hilfeinstrument der regelmäßigen Gruppenarbeit hinaus verschiedene Freizeitmöglichkeiten für und mit den Kindern und Familienangehörigen an, so dass eine aktive Einbindung in Gemeinschaft und Gesellschaft gelingt. Erklärtes Ziel ist es, nicht nur in der Nachsorge, sondern bewusst in der Vorsorge einer möglichen Suchtgefährdung bzw. -erkrankung tätig zu sein.

Kontakt: Frau Svenja Knie, Telefon: 07144/897689, Email: sc_knie@t-online.de

3. Preis: Aktionsbündnis Familie Kreis Biberach, Caritas Biberach

Das Projekt wendet sich an Familien (darunter Alleinerziehende), Organisationen und Institutionen im Landkreis Biberach, die sich auf Initiative der Caritas Biberach vor drei Jahren zum "Aktionsbündnis Familie im Landkreis Biberach" zusammengeschlossen haben. Neben der gebündelten gemeinsamen Lobbyarbeit für Familien (gezielte Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen) stand von Anfang an das Ziel der Vernetzung und der Optimierung von verschiedenen Unterstützungsangeboten für Familien im Mittelpunkt der Initiative. Eine landkreisweite Übersicht über familienentlastende und -unterstützende Aktivitäten und Angebote ist im Internet verfügbar. Eine weitere Aktivität des Bündnisses besteht in der Förderung von familienfreundlichen Unternehmen.

Kontakt: Josef Thanner, Caritas Biberach, Telefon: 07351/5005-15, Email: thanner@caritas-biberach.de

Caritas-Preis 2004
"Solidarität stärken"

1. Preis: JOB - Börse, Aalen

Die JOB-Börse wendet sich an Arbeitslose, SozialhilfeempfängerInnen, verarmte RentnerInnen u. ä. Sie versteht sich als "Marktplatz", auf dem Mini-Jobs rund um Haus und Garten (nicht gewerblich) 'gehandelt', d. h. an Arbeitslose weitervermittelt werden. Dazu gibt es eine Reihe von Begleitangeboten.

Über die Jobvermittlung hinaus dient die JOB-Börse dazu, Arbeitslose (wieder) in ein soziales Netz einzugliedern. Kennzeichen der JOB-Börse waren deshalb von Anfang an: Selbsthilfe, Selbstorganisation, gegenseitige Unterstützung, Erfahrung von Kollegialität, Selbstwertgefühl, Arbeitserfahrungen, Zuverdienstmöglichkeit (innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen), neue Kontakte (zu Kunden, kirchliches Umfeld, Organisationen ...).

Mittlerweile hat das Projekt einen Umfang von mehr als 1000 geleisteten Stunden pro Jahr. Verschiedene Begleitprojekte wurden realisiert, etwa ein Sportprojekt in Kooperation mit dem Gesundheitsamt und diverse Bildungsmaßnahmen, u. a. Studienfahrten. Auch Verkaufsaktionen über die Internetplattform "eBay" wurden gestartet.

Initiator des Projekts ist die katholische Betriebsseelsorge Ost-Württemberg. Die JOB-Börse wird von den Arbeitslosen selbst organisiert. Das Projekt entwickelt sich, wie es im Projektbericht heißt, "durch die Arbeitslosen selbst stetig und kontinuierlich weiter."

Kontakt: Dr. Rolf Siedler. Tel: 07361/590 20. Mail: aalen@betriebsseelsorge.de

2. Preis (A): Refugi Medizinisch - therapeutisches Fachzentrum für traumatisierte Flüchtlinge, Stuttgart

Der gemeinnützige Verein Refugio Stuttgart e. V. hilft seit zwei Jahren traumatisierten Flüchtlingen und Folterüberlebenden mit ihren Familien bei der Bearbeitung ihrer traumatischen Erfahrungen. Das medizinisch-therapeutische Fachzentrum in Stuttgart bietet Betroffenen aus der Region sozialpädagogische Beratung, medizinische und Psychodiagnostik. Nach Bedarf wird in ein angeschlossenes Netz von Psychotherapeuten, Ärzten, Sozialpädagogen und Angehörigen anderer Berufsgruppen vermittelt. Im laufenden Jahr kommt die Arbeit mit Angehörigen von traumatisierten Menschen hinzu, um die Weitergabe des erlittenen Traumas an die nachfolgende Generation zu verhindern.

Kontakt: Dr. Elisabeth Fries. 0711/64 53 127. Mail: info@refugio-stgt.de

2. Preis (B): Soziale und sprachliche Integration von Migrantinnen und Migranten durch Begleitung und Unterstützung von MentorInnen, Stuttgart

Das Projekt wendet sich an Migrantinnen und Migranten in den Stadtteilen Bad Cannstatt und Stuttgart-Mitte sowie Stuttgart Möhringen, die in Sprachkursen des Caritasverbands für Stuttgart Deutsch lernen. Das Angebot umfasst die Teilnahme an Sprachkursen und regelmäßige Treffen außerhalb des Unterrichts mit ehrenamtlich tätigen Mentorinnen und Mentoren zwecks Unterstützung und Begleitung beim Erlernen der deutschen Sprache und bei der Orientierung im Alltag.

Das Projekt reagiert auf eine Notlage, die im Umfeld von Sprachkursen nicht selten anzutreffen ist und eine nachhaltige Integration behindert. Dazu heißt es im Projektbericht: "Oftmals fehlen den TeilnehmerInnen Kontakte zur deutschsprachigen Bevölkerung. Dadurch mangelt es dementsprechend an Möglichkeiten, die erworbenen Kenntnisse einzuüben, anzuwenden und zu vertiefen. (...) Dieses Projekt stellt einen wichtigen Beitrag für eine gelingende Integration dar. Es wird nicht nur die deutsche Sprache erlernt, sondern auch ein Stück Alltag in Deutschland erfahrbar gemacht und eine persönliche Begegnung der Kulturen ermöglicht."

Kontakt: Fritz Weller. Tel. 0711/550 59 110. Mail: mig-zentrum@caritas-stuttgart.de

3. Preis: Aktion "Freunde schaffen Freude e.V." und soziale und kulturelle Begegnungsstätte ARCHE, Dischingen

Der gemeinnützige Verein "Freunde schaffen Freude e.V." wurde vor zwanzig Jahren gegründet von Frau Inge Grein-Feils. Frau Grein-Feils erfuhr damals, dass sie an Multipler Sklerose leidet. In Auseinandersetzung mit dieser Diagnose, aus dem Willen heraus, mit der verbliebenen "Restgesundheit" mit anderen und für andere etwas zu tun, entstand das Projekt.

Die Angebote des Vereins wenden sich an alle Menschen, an Kinder, junge, alte, kranke, gesunde, behinderte, inländische, ausländische Mitbürger, um für sie und mit ihnen ein Netz zu knüpfen für gegenseitige Hilfe und gemeinsame Freizeitaktivitäten.

Die Palette der Aktionen reicht von gemeinsamen Heilig-Abend-Feiern über Ferienfreizeiten, bunte Nachmittage und Abende bis hin zu Fachvorträgen und Bildungsreisen. Auch ein regelmäßiger Kindertreff für behinderte und nichtbehinderte 6- bis 12-Jährige wurde eingerichtet. Seit vier Jahren gibt es ein eigenes Begegnungszentrum, die ARCHE, das von ehrenamtlichen Mitarbeitern bewirtschaftet wird.

Kontakt: Inge Grein-Feils. Tel. 07327/5405. Mail: info@fsf-ev.de

Preisträger 2003

Vorbildhafte Kooperation in Ulm

Den ersten Preis (mit 7.500 Euro dotiert) vergab die Jury an die katholische Kirchengemeinde St. Georg (Ulm) für ihr Projekt "Begegnungsstätte Eichberg". Das Projekt aktiviert und ermuntert Menschen im Stadtteil, für ihre eigenen Anliegen einzutreten und so für eine bessere Lebensqualität im Umfeld zu sorgen. Dabei kooperieren Kommune, evangelische Kirchengemeinde, Wohlfahrtsverbände wie die Caritas, Vereine und Bürgerinitiativen. Diese innovative Art der Vernetzung ist aus Sicht der Jury vorbildhaft und ein Beispiel für eine effektive Zusammenarbeit zwischen Profis und Freiwilligen in der sozial-karitativen Arbeit.

Kontakt: Silvia Eisele, Tel: 0731/15387-116; E-Mail: Silvia.Eisele@gmx.de

Weil im Schönbuch: Engagierte Bürger nehmen sich aller Notlagen an

Den zweiten Preis im Wert von 5.000 Euro teilen sich zwei Initiativen: Das Projekt "Bürger für Bürger" in Weil im Schönbuch und die "Lehrlingspatenschaft Donzdorf".

In der Kirchengemeinde St. Johannes Baptist (Weil im Schönbuch) entstand das Projekt "Bürger für Bürger": Rund 50 aktive Bürger helfen hier unbürokratisch und direkt Menschen in den verschiedensten Lebenssituationen. Zunächst nehmen sich die engagierten Bürger aller Notlagen an; im Einzelfall entscheiden sie, ob sie selbst Hilfe leisten können oder ob die Menschen mit ihren Problemen an bestehende Hilfesysteme weitervermittelt werden müssen.

Kontakt: Gerhard Frech, Tel. 07157/521144

Donzdorf: deutliches Signal gegen Resignation

Die "Lehrlingspatenschaft Donzdorf", die von der Kolpingsfamilie gegründet wurde, begleitet jugendliche Schulabgänger beim Übergang von der Schule in die Berufswelt. Eine wirkungsvolle Hilfeidee, die sowohl den betroffenen Jugendlichen als auch den Ausbildungsbetrieben nützt. Die Lehrlingspatenschaft setzt damit auch ein deutliches Signal gegen manch resignative Stimmung in der Gesellschaft beim Thema "Arbeitslosigkeit" - gerade bei Jugendlichen.

Kontakt: Eduard Jeckel, Tel. 07162/25512

Bad Wildbad: Solidarität mit Asylbewerbern

Den Arbeitskreis Asyl (Bad Wildbad) zeichnete die Fachjury mit einem dritten Preis (2.500 Euro) aus. Wichtigstes Anliegen des Freundeskreises ist die Lobbyarbeit für Asyl suchende Menschen. Um das gute Miteinander von Einheimischen und Asylbewerbern zu fördern, wurden verschiedene Hilfeansätze entwickelt, die von regelmäßigen Gesprächsangeboten in der Unterkunft über Freizeitaktivitäten bis zu Sprachkursen reichen. Wie wichtig diese Vernetzung mit dem Gemeinwesen ist, zeigt sich an den positiven Reaktionen. Die Vernetzung mit der Stadt Bad Wildbad ist gut auf den Weg gebracht und wirkt solidarisierend und multiplizierend für das gemeinsame Eintreten für Asyl suchende Menschen.

Kontakt: Andreas Meudt, Tel. 07081/3113

Preisträger 2002

Ulrika-Nisch-Haus

Den ersten Preis vergab die Jury an die Katholische Kirchengemeinde St. Cornelius und Cyprian in Mittelbiberach für ihr Projekt "Ulrika-Nisch-Haus".

Die Gemeinde stellt in diesem Haus, dem Geburtshaus der 1987 selig gesprochenen Sr. Ulrika Nisch, mehrere Wohnungen für schwangere Frauen zur Verfügung und will damit die Frauen zum "Ja" für ihr Kind ermutigen. Den betroffenen Frauen bietet sich dabei die Möglichkeit, sich aktiv in ein gut organisiertes Gemeindeleben vor Ort einzubringen. Es besteht eine große Bereitschaft seitens der Vereine und Einrichtungen, offen für die Frauen zu sein. Es gibt Möglichkeiten der beruflichen Aus- oder Weiterbildung und einer Unterstützung bei der Suche nach einem Arbeitsplatz. Damit verbunden ist eine Unterstützung bei der Kinderbetreuung. Flankiert wird das Angebot durch eine seelsorgerliche Betreuung vor Ort und eine verlässliche, kontinuierliche sozialpädagogische Betreuung durch eine Fachkraft, die über die Caritas angestellt und bei der kath. Schwangerschaftsberatungsstelle eingebunden ist.

Mit diesem Wohnungsangebot stellt die Kirchengemeinde einen wichtigen Baustein im Hilfenetz für schwangere Frauen und Paare zur Verfügung. Die innovative Art der Vernetzung mit der Kommune und dem Caritas-Zentrum in Biberach ist vorbildhaft und ein Beispiel für die gelungene Kooperation zwischen Fachleuten und Freiwilligen in der karitativen Arbeit.

Kontakt: Pater Alfred Tönnis OMI, Tel: 07351/8816; Email: PaterAlfred@t-online.de ; Internetseite: http://www.junge-mutter-mit-kind.de/

Freundeskreis für Wohnungslose

Der zweite Preis ging an die Katholische Kirchengemeinde St. Maria in Aalen für ihre Initiative Freundeskreis für Wohnsitzlose.

Der Freundeskreis hat sich die Lobbyarbeit für wohnungslose Menschen zum Ziel gesetzt. Ein Bündel von verschiedenen Hilfen wurde entwickelt: von der Unterstützung bei der professionellen Einzelfallhilfe und -beratung, über gemeinsame Freizeit- und Begegnungsaktivitäten bis hin zum Aufbau eines Fonds für Schuldenregulierung.

Mit seinem Engagement bietet der Freundeskreis nicht nur konkrete Unterstützung für die Betroffenen, er leistet auch Integrationsarbeit und baut in der Bevölkerung Vorurteile ab.

Die vielseitige Vernetzung des Projektes mit Kommune und Kirchen ist hervorzuheben; sie stärkt das Engagement für Menschen ohne Wohnung.

Kontakt: Diakon Ottmar Ackermann, Tel. 07361/3797-15

Selbsthilfegruppe Eltern homosexueller Kinder

Mit einem dritten Platz ausgezeichnet wurde die Selbsthilfegruppe Eltern homosexueller Kinder in Stuttgart.

Die Gruppe ist ein Angebot an alle Eltern, die die Homosexualität ihrer Kinder akzeptieren und lernen wollen, damit offen umzugehen. Die monatlichen Gruppenabende bieten Raum, über die eigenen Erfahrungen, Gefühle, Ängste ins Gespräch zu kommen. Dazu gibt es die Möglichkeit, telefonisch um Rat und Hilfe nachzusuchen. Die Selbsthilfegruppe arbeitet mit einer Vielzahl nationaler und internationaler schwul/lesbischer Einrichtungen und Gruppierungen zusammen. Auch werden immer wieder Persönlichkeiten aus Kirche, Politik und Öffentlichkeit in die Gruppe eingeladen.

Das unermüdliche Engagement der Eltern gegen die Tabuisierung der Lebensform ihrer Kinder wird mit dieser Auszeichnung gewürdigt. Die Jury versteht diese Ehrung als ein Signal gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung homosexueller Menschen in Kirche und Gesellschaft.

Kontakt: Frau Erika Micale, 0711/744155

Preisträger 2001

Begegnungscafe "Kirche vor Ort"

Mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde die Katholische Kirchengemeinde St. Maria in Murrhardt für ihr Projekt Begegnungscafe "Kirche vor Ort".

Menschen am Rande unserer Gesellschaft und/oder in schwierigen Lebenssituationen können sich hier zwanglos begegnen. Die in Eigenregie renovierten Räume nahe der Fußgängerzone bieten einen Ort der Ruhe und vermitteln eine Atmosphäre, die es möglich macht, sich gegenseitig zuzuhören und zu stützen. Verschiedene Hilfen, beispielsweise bei der Korrespondenz mit Behörden, werden angeboten, vermittelt oder auch eigens entwickelt. Dazu kommen weitere Angebote, etwa ein wöchentlicher Bastelkreis.

Getragen wird das Projekt von einem mittlerweile knapp 40-köpfigen Team Ehrenamtlicher. Je zwei haben jeweils "Ladendienst"; so dass das Begegnungscafe täglich zu den üblichen Geschäftszeiten geöffnet sein kann. Die Ehrenamtlichen tauschen sich ihrerseits über ihre Erfahrungen in regelmäßigen Team-Sitzungen aus, wozu auch immer wieder Fachleute (Aids-Seelsorger, Arzt, Sozialarbeiter, Diakon etc.) eingeladen werden.

Die innovative Art der Vernetzung mit der evangelischen Schwesterkirche und der Kommune ist ein Beispiel für die gelungene Kooperation zwischen Profis und Freiwilligen in der karitativen Arbeit.

Kontakt: Fr. Ingrid Lüdeke; Tel. 07192/72 63

Netzwerk Taläcker

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Katholische Kirchengemeinde St. Paulus in Künzelsau für ihr Projekt im sozialen Brennpunkt Taläcker mit Aussiedlern aus Russland.

Zusammen mit den Bewohnern entwickelte sie eine Fülle attraktiver und bedarfsgerechter Angebote für Menschen aller Altersgruppen. Diese reichen von Hausbesuchen über diverse materielle Hilfen (Möbel-, Kleidervermittlung, Geld bei Notfällen) bis hin zu Deutschkursen, Feiern von Festen oder Nachmittagsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche. Räume wurden gesucht als Treffmöglichkeiten und als Orte des Gedenkens, eine eigene Stadtteilzeitung ("Taläcker Express") ins Leben gerufen und vieles mehr.

Allmählich entstand ein Netzwerk aus den örtlichen Kirchengemeinden, Schwestern aus dem Franziskanerinnenkloster Sießen, Caritas und Diakonie, der Kommune und zahlreichen Vereinen. Es sorgt für Integration, Lebendigkeit und Unterstützung in dem neu gegründeten Stadtteil.

Kontakt: Fr. Maria-Luise Möhler; Tel. 07940/59028

"Kontaktstüble St. Paulus"

Die dritte Auszeichnung ging an die Katholische Kirchengemeinde St. Paulus in Ludwigsburg für ihre langjährige Einrichtung "Kontaktstüble St. Paulus" für psychisch kranke und seelisch belastete Menschen und deren Angehörige.

In Zusammenarbeit mit der Psychologischen Beratungsstelle und dem Sozialpsychiatrischen Dienst der Caritas ist eine leicht zugängliche Anlaufstelle mit vielfältigem Angebot entstanden. Betroffene, die unter Ängsten, Zwängen, Schizophrenien, Depressionen u. a. leiden, suchen das Gespräch im Kontaktstüble. Aber auch an Menschen, die durch den Tod des Partners, durch Scheidung, Arbeitsplatzverlust, Krankheiten oder andere Schicksalsschläge mit psychischen Problemen zu kämpfen haben, wendet sich das Angebot. An mehreren Tagen die Woche bietet das Kontaktstüble eine offene Gesprächsrunde an. Für die Angehörige psychisch Kranker existiert seit über 10 Jahren eine Selbsthilfegruppe. Dazu kommen weitere gemeinsame Aktivitäten wie Ausflüge, Spaziergänge oder Theaterbesuche.

Betreut wird das Kontaktstüble von einem Team Ehrenamtlicher. Ihr hohes Engagement ist es, das das Angebot nun schon mehr als zwanzig Jahre bestehen lässt.

Kontakt: Fr. Agnes Borrmann; Tel. 07141/862396 oder 2520760

Preisträger 2000

Stadtteilarbeit im Zwetschgenwäldle

Der erste Preis ging an den Öhringer Stadtteil "Zwetschgenwäldle" für seine vorbildliche Stadtteilarbeit.

Ein großes Netzwerk, dem sich die Kirchen, Wohlfahrtsverbände, öffentliche Träger, Vereine, Schulen und Anwohnerinnen und Anwohner angeschlossen haben, sorgen für Integration, Lebendigkeit und gegenseitige Unterstützung in dem großen Neubaugebiet. Eine eigene, von Ehrenamtlichen herausgegebene Stadtteilzeitung "Der Büttel" informiert über wichtige Geschehnisse im Stadtteil und wurde im Laufe der Zeit zu einem wichtigen Identifikationsmittel.

Durch die kontinuierliche und gemeinsame Stadtteilarbeit entwickelte sich der ehemals als Problemzone geltende Stadtteil zu einem lebendigen Gemeinwesen. So konnte nicht zuletzt eines der Hauptziele der Stadtteilarbeit erreicht werden: Dass die zahlreichen Aussiedler in diesem Stadtteil eine neue Heimat finden und sich aktiv und engagiert am Gemeindeleben beteiligen.

Kontakt: Fr. Nadine Schaly; Tel. 07941/65496; Internetseite: http://www.zwetschgenwaeldle.de/

Gemeinsamer Mittagstisch

Der zweite Preis ging an die Markgröninger Kirchengemeinde Heilig Geist für ihr Projekt "Gemeinsamer Mittagstisch". Der regelmäßige gemeinsame Mittagstisch ist für viele allein stehende Bürgerinnen und Bürger eine wichtige Hilfe aus der Einsamkeit.

Seit 1991 besteht der gemeinsame Mittagstisch, der zu einer festen Einrichtung der Stadt geworden ist. Dienstag und Donnerstag kommen durchschnittlich 25 SeniorInnen in die städtische Altenbegegnungsstätte. Für wenig Geld erhalten sie ein Tagesessen, das in Gaststätten gekocht und von ehrenamtlichen HelferInnen aus der Kirchengemeinde von dort geholt wird. Besonderer zusätzlicher Service ist ein Fahrdienst, der gehbehinderte Seniorinnen und Senioren von zu Hause abholt und sie wieder dorthin zurückbringt.

Aus der Gemeinsamkeit beim Mittagstisch sind inzwischen andere Angebote entstanden, wie regelmäßige Grillfeste, Besuche von Besenwirtschaften oder Weihnachtsfeiern. Und einmal wöchentlich schließlich findet ein Mittagstisch im privaten Rahmen statt, das sog. "Freitagsessen". Zu ihm können alle Menschen kommen, die aufgrund ihrer besonderen Lebenssituation den Schutz der kleinen Gruppe brauchen.

Kontakt: Fr. Maria Bachmeier; Tel. 07145/4942

Entschuldungsfonds

Die Heilig-Geist-Gemeinde in Balingen wurde prämiert für die Einrichtung eines Entschuldungsfonds für Menschen, die finanziell in Not geraten sind. Durch ein zinsloses Darlehen aus dem Entschuldungsfonds wird ihnen ermöglicht, ein - oft zinsintensives - Bankdarlehen abzulösen. So eröffnet sich ein Weg aus der Schuldenfalle.

Die Modalitäten sind einfach: In den Entschuldungsfonds der Pfarrei kann jeder ein zinsloses Darlehen oder eine Geldspende einzahlen. Der Darlehensgeber bestimmt die Laufzeit. Die Pfarrei verpflichtet sich, das Geld nur zur Entschuldung von Personen zu verwenden und garantiert eine anstandslose und zeitgerechte Rückzahlung.

Aus diesem finanziellen Topf werden dann die zinslosen Darlehen an verschuldete Menschen aus der Gemeinde gewährt. Der Darlehensnehmer schließt einen schriftlichen Vertrag mit der Kirchengemeinde, worin die Regularien und die Rückzahlungsfristen festgelegt sind. Bearbeitungsgebühren oder sonstige Nebenkosten werden nicht erhoben.

Die Vernetzung mit der Schuldnerberatungsstelle des Landradsamtes ist ein weiterer Baustein, den Betroffenen zu helfen, dauerhaft aus der Schuldenproblematik herauszufinden.

Kontakt: Hr. Pfr. Franz Nagler; Tel. 07433/21227