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Diözesan-Caritasverband Rottenburg-Stuttgart, 27.09.2009

Caritas-Preis geht an vier originelle Initiativen von Ehrenamtlichen

10.000 Euro für Projekte von Ehrenamtlichen in Baden-Württemberg - Initiativen haben Menschen am Rande der Gesellschaft im Blick

 

Stuttgart, 27. September 2009 - In Stuttgart ist der mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Preis "Solidarität stärken" des Caritasverbands der Diözese Rottenburg-Stuttgart verliehen worden. Der Preis würdigt Ehrenamtliche, die sich auch jenseits des klassischen kirchlichen Wirkens innovativ im sozial-karitativen Bereich engagieren. Bereits zum zehnten Mal vergibt die Caritas diesen Preis, der 2009 an folgende Ehrenamtsprojekte geht: an den Arbeitskreis Leben in Sindelfingen, der suizidgefährdete Menschen begleitet, an den Kinderhospizdienst in Kirchheim unter Teck, an die Second-Hand-Boutique PragA im Stuttgarter Norden sowie an die Bahnhofsmission Ulm, die in einem Projekt gemeinnützige Arbeit von Jugendlichen fördert. 2009 stand der Caritas-Preis im Kontext des Caritas-Jahresthemas "Soziale Manieren für eine bessere Gesellschaft". Die Kampagne wirbt für mehr Achtung für Menschen am Rande unserer Gesellschaft.

Im Rahmen der Auftaktveranstaltung des bundesweiten Caritas-Sonntag 2009 im Haus der Katholischen Kirche in Stuttgart nahmen die Preisträger ihre Würdigung entgegen. "Die Engagierten in den Projekten leisten einen Beitrag, dass unsere Gesellschaft lebenswerter und menschlicher wird", erklärte Monsignore Wolfgang Tripp, Direktor des Caritasverbands der Diözese Rottenburg-Stuttgart, bei der Preisverleihung. "Mit dem Preis will der Caritasverband ein Zeichen der Anerkennung und Ermutigung setzen."

Hilfe bei Lebenskrisen

Die Initiative "Hilfe bei Selbsttötungsgefahr und Lebenskrisen" des Arbeitskreis Leben (AKL) Sindelfingen gewann einen der mit 2.500 Euro dotierten Preise. Elf Ehrenamtliche stehen derzeit Menschen in suizidalen Krisen zur Seite. Auch nach einem überlebten Suizidversuch helfen sie der betroffenen Person sowie deren Angehörigen bei den ersten Schritten zurück ins Leben. Insbesondere Patienten des Klinikum Sindelfingen erhalten Suizidnachsorge. Präventiv ist der AK Leben im gesamten Landkreis Böblingen aktiv. 50 Personen haben die Ehrenamtlichen im Jahr 2008 begleitet.

Die Initiative des AK Leben in Sindelfingen überzeugte die Jury, da Suizidgefährdete besonders zu den Menschen am Rande der Gesellschaft gehören und auf der Schattenseite des Lebens stehen. Der AK Leben Sindelfingen kümmert sich um diese Menschen, macht ihnen Mut und gibt ihnen Hoffnung. Der Verein betätigt sich in einem Feld, das in Gesellschaft und Kirche immer noch tabuisiert wird. Diese bewusstseinsfördernde und beispielhafte Arbeit der Ehrenamtlichen beeindruckte die Jury besonders.

Familien mit todkranken Kindern entlasten

Ebenfalls mit einem Preisgeld von 2.500 Euro ausgezeichnet wurde die Initiative "Kinderhospizclowns" des Kinderhospizdienstes Kirchheim unter Teck. "Ambulante" Clowns des Kinderhospizdienstes besuchen Familien, in denen entweder ein Kind so erkrankt ist, dass es sterben wird, oder aber die Familie hat Tod und Trauer direkt erlebt. Die Clowns spielen keine festen Stücke, sondern arbeiten mit den Kindern, Geschwistern und Erwachsenen. Der Kinderhospizdienst bereitet die Clowns sorgfältig auf ihre Arbeit vor. Ein derartiger Einsatz von Clowns ist bundesweit einmalig. Das Clown-Spiel verbunden mit dem Gesprächs- und Besuchsangebot der Ehrenamtlichen entlastet die Familien.

Die Clown-Initiative beeindruckte die Jury, da Lachen angesichts lebensbedrohlicher Krankheit die Möglichkeit bietet, aufzuatmen. Es unterbricht den oft schwierigen und kräftezehrenden Alltag der betroffenen Kinder und deren Familien. Die Initiative ist ein Beispiel, wie die Arbeit von Clowns in der Pflege von Kindern in Krankenhäusern in den ambulant-häuslichen Bereich verlegt wird. Überzeugt war die Jury auch von der qualitätsvollen Ausbildung der Clowns durch den Kinderhospizdienst.

Arbeitslose Frauen in den beruflichen Alltag eingliedern

Die Katholische Kirchengemeinde St. Georg in Stuttgart und der Caritasverband für Stuttgart erhalten einen weiteren Preis für die "Second-Hand-Boutique PragA". Hier fanden 15 arbeitslose Frauen eine Arbeitsgelegenheit als Ein-Euro-Jobberinnen. Zwei hauptberuflich tätige Frauen leiten die Boutique und geben an die Ein-Euro-Jobberinnen auch weiter, wie sie die Wäsche pflegen oder in der Änderungsschneiderei umändern können. Auf diese Weise sollen die arbeitslosen Frauen in den beruflichen Alltag eingegliedert werden. In der Boutique PragA wird gespendete Ware verkauft. Einkaufen kann jeder, was Stigmatisierung vermeiden hilft. Ehrenamtliche aus den Kirchengemeinden im Stuttgarter Norden unterstützen das Projekt beispielsweise im Verkauf am Samstag.

"PragA" imponierte der Jury, da die Secondhand-Boutique mit Nähwerkstatt unterschiedliche Welten miteinander verbindet: Die oft sinnleere Modewelt kommt in Verbindung mit Wiederverwertung und Nachhaltigkeit. Kaufkräftige Kundinnen treten zudem in die Welt erwerbsloser Frauen ein. Konsum führt zum Kompetenzerwerb. Und: Die Kirchengemeinde öffnet sich der Alltagswelt Benachteiligter.

Jugendliche arbeiten in der Bahnhofsmission

Ein weiterer Preis geht an die Bahnhofsmission Ulm, deren Träger "IN VIA - Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit" ist. Mit ihrem Projekt "Gemeinsam aktiv" werden Jugendliche in den normalen Arbeitsprozess der Bahnhofsmission in Ulm eingebunden. Diese Jugendlichen machen entweder im Rahmen von "Sozialem Lernen26" ein Praktikum, oder aber sie müssen stundenweise gemeinnützige Arbeit ableisten. Sie helfen Reisenden beim Umsteigen, stehen ihnen für Gespräche bereit oder vermitteln anderweitige Hilfen. Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter begleiten die Jugendlichen.

Für preiswürdig befunden hat die Jury die Initiative, da die Bahnhofsmission Ulm ihre traditionsreiche Einrichtung für junge Menschen aus verschiedenen Herkunftsmilieus öffnet. Durch die Praktikumplätze erhalten die jungen Menschen ein Angebot zum praxisorientierten Lernen. Die Jugendlichen werden darin begleitet, sich für eine Aufgabe verantwortlich zu fühlen. Das fördert persönliches Wachsen und das Entwickeln von Gemeinschaftssinn.

Hinweis für die Redaktionen:

Kurzportraits der ausgezeichneten Initiativen mit   Daten der Kontaktpersonen finden Sie im Internet unter http://www.dicv-rottenburg-stuttgart.caritas.de/18116.html