Stuttgart, 29. April 2012 – Arbeitslosigkeit gefährdet
die Gesundheit. Arbeitslose Menschen und ihre Familien leben mit einem sehr
viel höheren Risiko krank zu werden und früher zu sterben. Wer sich hingegen
seiner Arbeit und seines Arbeitsplatzes sicher ist, lebt gesünder, fühlt sich
wohler und ist zufriedener. Darauf verweist die Caritas der Diözese
Rottenburg-Stuttgart anlässlich des Internationalen Tages der Arbeit am 1. Mai.
Arbeitslosigkeit schränkt aus Sicht des Caritasverbandes
eine Familie nicht nur finanziell ein. „Arbeitslosigkeit betrifft den Menschen
in seiner Gesamtheit: Psyche, soziale Kontakte, das körperliche und geistige
Wohlbefinden leiden in aller Regel“, so Prälat Wolfgang
Tripp
,
Caritasdirektor der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Der schlechte
Gesundheitszustand von arbeitslosen Menschen verhindere wiederum den Einstieg
in einen neuen Job. Aus Sicht der Caritas sind daher die Krankenkassen
gefordert, schon früh bei der Gesundheitsförderung von Arbeitslosen anzusetzen
und diese gezielt in Präventionsprogramme aufzunehmen.
Der katholische Wohlfahrtsverband weist ausdrücklich
darauf hin, dass unter der Arbeitslosigkeit der Eltern auch der
Gesundheitszustand der Kinder leidet: Seien die Eltern arbeitslos, empfänden
die Kinder häufig Scham. Sie wollten die Eltern in ihrem Ansehen schützen.
„Kinder erleiden auf diese Weise einen Mangel an Zuwendung und Schutz. Ihre
Möglichkeiten, sich gesellig mit Altersgenossen zu treffen oder sich kulturell
zu betätigen, sind massiv eingeschränkt. Ebenso sind sie in ihrer
gesundheitlichen Entwicklung außerordentlich benachteiligt“, erklärt
Tripp
mit Bezug auf die Kinderarmutsstudie der Caritas in
Baden-Württemberg. Krankheitsbedingtes Fehlen in der Schule habe wiederum
ungünstige Auswirkungen auf die Schulleistungen.
Die Erfahrung der Caritas-Beratungsstellen zeigt, dass
sich bereits die Angst vor Arbeitslosigkeit negativ auf die Gesundheit
auswirkt. Die Sorge, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein oder die
Angst, in der Zeitarbeit kurzfristig freigestellt zu werden, nagten am
Gesundheitszustand, so
Tripp
. Depressive
Verstimmungen seien häufige Begleiter schon lange, bevor ein Familienvater oder
eine -mutter ihre Arbeit verloren habe.
Da in erster Linie Menschen, die ungelernte Tätigkeiten
verrichten oder sich in Zeitarbeit befinden, von Arbeitslosigkeit bedroht sind,
steht für
Tripp
fest: „Gesundheitsförderung im
Betrieb wird groß geschrieben. Leider erreicht sie nur selten Arbeitnehmer mit
geringer Qualifikation. Hier gibt es dringend Verbesserungsbedarf.“