Stuttgart, 21. Mai – In dieser Woche legen die Haupt- und
Werkrealschüler im Land nach Deutsch und Mathe ihre Prüfung in Englisch ab.
Obwohl die Lage am Ausbildungsmarkt als „traumhaft“ beschrieben wird, ist nicht
klar, ob diese Schüler im Herbst mit einer Ausbildung beginnen können. Denn
laut Agentur für Arbeit waren im April mehr als 25.000 Bewerber im Land, die
jünger als 21 Jahre alt waren, erfolglos auf Lehrstellensuche. Gut 16.000 von
ihnen haben einen Hauptschulabschluss. Daher erneuert die Caritas in
Baden-Württemberg ihren Appell an die Betriebe, gezielt auch weniger
leistungsstarke Schüler einzustellen und sie durch spezielle
Unterstützungsangebote an den Arbeitsmarkt zu bringen. „Viele Betriebe sehen es
schon heute als ihre soziale Aufgabe an, jungen Menschen, die es schwer haben,
eine Chance zu geben“, so die Caritasdirektoren Prälat Wolfgang
Tripp
(Stuttgart) und Monsignore Bernhard
Appel
(Freiburg). Dies sei gleichzeitig ein wirkungsvoller
Schritt der Ausbildungsbetriebe, um dem beklagten Fachkräftemangel vorzubeugen.
Eine Möglichkeit der Unterstützung stellt die intensive
Begleitung der jungen Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf dar.
Bei dem Caritas-Projekt „Chancen-Pool Bodenseeregion“ im Landkreis Ravensburg
kümmern sich etwa Karrierebegleiter um Hauptschüler. Von der Entwicklung eines
individuellen Karriereplans bis hin zu Kontaktaufnahme mit potenziellen
Ausbildungsstellen erhalten junge Menschen Hilfe. Bisher konnten schon viele
Schülerinnen und Schüler erfolgreich in eine Ausbildung vermittelt werden.
Das Caritas Bildungszentrum Freiburg wiederum bietet für
Schülerinnen und Schüler von Förder- und Hauptschulen eine „Motivationstreppe“
in Form einer gestuften Ausbildung an. Die Jugendlichen absolvieren eine
zweijährige Ausbildung zum Beispiel zum Maschinenführer oder zur Verkäuferin in
einem Betrieb und haben dann die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie die
volle Facharbeiter-Ausbildung noch anhängen wollen oder mit dem bereits
erworbenen Abschluss auf Arbeitssuche gehen. Das Caritas Bildungszentrum
handelt dies zuvor mit den Ausbildungsbetrieben vertraglich aus und begleitet
die Schulabsolventen von der Bewerbung bis zum Abschluss der Ausbildung.
Die Caritas in Baden-Württemberg macht erneut auf
die Möglichkeit der Ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH) aufmerksam: Um weniger
leistungsstarke Azubis vorwärtszubringen, können die Betriebe bei diesem
Programm eine spezielle Förderung bei der Agentur für Arbeit beantragen. Diese
Hilfen gewähren jungen Menschen während ihrer Ausbildung fachliche
Unterstützung in Form von Nachhilfe und sozialpädagogischer Begleitung. Die
Caritas-Direktoren Prälat Wolfgang
Tripp
und
Monsignore Bernhard
Appel
sehen in den abH eine gute
Möglichkeit, um das fachliche Wissen und die persönliche Entwicklung der
Jugendlichen zu fördern.