Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. - Infos für die Presse

www.dicv-rottenburg-stuttgart.caritas.de
Aktuell
Pressekontakt
Infos für die Presse
Mittelstandspreis: Nominierte Unternehmen
Bündnis für Tariftreue und Tarifstandards
Interview mit Diözesancaritasdirektor Prälat Wolfgang Tripp
Caritas-Journalistenpreis
Kinderschutz
Stellungnahmen
"Leben ist angesagt"
Events
Publikationen
Ich möchte mehr Infos über ...
Download-Archiv

Diözesan-Caritasverband Limburg, 30.11.2012

"Aufwärts in der Pflege": Gemeinsam für mehr Pflegekräfte

Startschuss für Qualifizierungsprojekt von Diözesancaritasverband Limburg und Offenbacher GOAB / Land Hessen und ESF fördern Projekt / Aufstiegschancen und Qualifizierung für ungelernte Pflegekräfte ohne Einkommensverlust

 

 

 

 

Limburg-Hadamar / Hessen, 30. November 2012 . Nachqualifizierung ohne Einkommensverlust und Lernen am Arbeitsplatz, das sind zwei tragende Prinzipien des Qualifizierungsprojektes „Aufwärts in der Pflege (Aufwärts!)“. Den Startschuss hierzu gaben am 27. November 2012 die Projektverantwortlichen und Beteiligten in der Caritas-Altenpflegeschule Hadamar (Caritas-Akademie St. Vincenz). „Es gibt so viele engagierte, aber leider ungelernte Pflegekräfte, die in den ambulanten und stationären Altenpflegeeinrichtungen seit Jahren schon eine gute Arbeit machen und viele Erfahrungen mitbringen“, sagte Torsten Gunnemann , Geschäftsbereichsleiter Gemeindecaritas und Bildung im Caritasverband für die Diözese Limburg e.V. „Mit unserem Kooperationsprojekt wollen wir diesen Mitarbeitern die Chance geben, sich weiter zu qualifizieren, ohne jedoch an der Altenpflegeschule als Schüler von ganz von vorne anfangen zu müssen und ohne Einkommensverlust“, erklärte Gunnemann. Das bestätigte auch Jürgen Schomburg , Geschäftsführer der GOAB (Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft), die als Projektträger von „Aufwärts!“ fungiert: „Mit »Aufwärts!« bringen wir die Schule dorthin, wo die Menschen arbeiten, und wir zeigen, wie die Nachqualifizierung von Berufstätigen tatsächlich auch funktionieren kann.“

 

Das Besondere an „Aufwärts in der Pflege“: „Die oft schon über Jahre in der Einrichtung tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden an ihrem Arbeitsplatz in der Einrichtung von besonders ausgebildeten Praxisanleitern der Einrichtung zu Altenpflegehelfern qualifiziert, sie erhalten somit ein ‚Training on the Job‘“, erläuterte Bernhard Schnabel , der Projektverantwortliche im Diözesancaritasverband Limburg. Diese Lerneinheiten sind dabei verbindlich (und im Lehrplan fixiert), sodass beide, die Lernenden und die Einrichtung, den Arbeitsalltag entsprechend organisieren können. Der Vorteil für die Teilnehmer: Sie können das Gelernte direkt in der Praxis anwenden – und erhalten weiterhin für ihre Arbeit ihr Gehalt. Der Vorteil für die Einrichtungen: Sie schulen ihre bewährten Mitarbeiter und sichern sich so ihren qualifizierten Nachwuchs, der dann eine Weiterqualifizierung zum Altenpfleger machen kann. Daneben gibt es selbstverständlich auch Theorieunterricht, den die „Aufwärts“-Teilnehmer in regionalen Arbeitsgruppen gemeinsam absolvieren, wobei hier die ganz konkreten praktischen Erfahrungen einen hohen Stellenwert einnehmen. Vervollständigt wird das erforderliche Wissen durch den Unterricht in der Altenpflegeschule Hadamar, der in fünftägigen Blöcken erfolgt.

 

Eine innovative, nachahmenswerte Idee, wie auch das Hessische Sozialministerium findet – und deshalb dieses Projekt auch mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds unterstützt. „Wir begrüßen Ihre Initiative, neue Wege in der Gewinnung von Fachkräften in der Altenpflege zu gehen und Aufstiegschancen zu bieten“; sagte Dörte Ahrens , Leiterin des Referats Arbeitsmarktförderung im Sozialministerium. „Die Altenpflege wird, das zeigen alle Studien, in den kommenden Jahren gehörig unter Druck geraten“, so Ahrens. „Wir brauchen hier Ihr Engagement, und mit »Aufwärts in der Pflege« leisten Sie einen wesentlichen Beitrag in der Gewinnung von Fachkräften, den wir als Sozialministerium gerne unterstützen.“ Erfreut zeigte sich Ahrens, dass das Projekt auch viele Menschen mit Migrationshintergrund erreicht. „Altenpflege macht schon immer praktische Integrationsarbeit – und bei unserem Projekt haben gut 25 Prozent der Interessenten einen Migrationshintergrund“, erläuterte Ulrike Schneider , die Projektleiterin der Caritas-Altenpflegeschule.

 

Schneider freut sich vor allem über die positive Resonanz aus den über 200 angeschriebenen Altenhilfeeinrichtungen – neben ambulanten Diensten und stationären Einrichtungen der Caritas und katholischen Träger sind dies auch freigemeinnützige Träger: Innerhalb weniger Wochen konnten bereits 15 Einrichtungen gewonnen werden, die an »Aufwärts!« teilnehmen wollen, und schon mehr als 23 Personen, die sich an ihrem Arbeitsplatz weiterqualifizieren wollen. „Egal, wo die Ausbildung stattfindet, ich fahre überall hin!“ oder „Endlich gibt es diese Chance, sich weiterzuqualifizieren, denn ich könnte aus finanziellen Gründen nicht auf mein Einkommen verzichten – was in der regulären Altenpflegehelfer-Ausbildung der Fall wäre.“ – das sagten die Interessenten zum neuen Angebot der Caritas-Altenpflegeschule.

 

Gut ein Jahr lang haben die Projektverantwortlichen von Diözesancaritasverband Limburg und GOAB am Gesamtkonzept gefeilt und ein Curriculum entwickelt – das der Vertreter der Genehmigungsbehörde, des Regierungspräsidiums in Darmstadt, Lukas Slotala , als „sehr gelungenen, vollständigen Lehrplan“ lobte. Wenn alle erforderlichen Formalien geregelt sind, kann es, wie alle Beteiligten von Caritas, Land Hessen, GOAB und Regierungspräsidium sagen, schon im Januar 2013 richtig losgehen für die interessierten Mitarbeiter der Einrichtungen.

 

 

[BU – Foto: Petra M. Schubert]

Startschuss für „Aufwärts in der Pflege“ durch (von links) Lukas Slotala (Regierungspräsidium Darmstadt), Hermann-Christoph Müller (Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen), Torsten Gunnemann (Geschäftsbereichsleiter Gemeindecaritas und Bildung im Diözesancaritasverband Limburg), Bernhard Schnabel (Projektverantwortlicher im Diözesancaritasverband Limburg), Nicole Benthin (Hessisches Sozialministerium), Dörte Arens (Hessisches Sozialministerium), Ulrike Schneider (Projektleiterin in der Caritas-Altenpflegeschule Hadamar) und Jürgen Schomburg (GOAB – Gemeinnützige Offenbacher Ausbildungs- und Beschäftigungsgesellschaft).

 

Ansprechpartner:

Bernhard Schnabel ê Projektverantwortlicher im Caritasverband für die Diözese Limburg e.V. ê

Fon: 06431 997-430 ê E-Mail: bernhard.schnabel@dicv-limburg.de

Ulrike Schneider ê Projektleiterin in der Caritas-Altenpflegeschule Hadamar (Caritas-Akademie St. Vincenz) ê Fon: 06433 87-6527 ê E-Mail: ulrike.schneider@caritas-akademie-stvincenz.de

Weitere Infos zu diesen Themen: