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Diözesan-Caritasverband Rottenburg-Stuttgart, 10.03.2016

Landflucht und Zuwanderung in Städte erfordern mehr Investitionen für Kinder und Familien

Landtagswahl: Demografischen Wandel durch gute Ausbildung der jungen Generation und Zuzug von Flüchtlingen bewältigen

Stuttgart/Freiburg, 10. März – Ein angespannter Wohnungsmarkt in baden-württembergischen Städten und sinkende Einwohnerzahlen auf dem Land – die Caritas in Baden-Württemberg sieht diese Entwicklung als eine Folge des demografischen Wandels, der auch im Südwesten spürbar wird. Daher ruft die Caritas im Land die künftige Landesregierung dazu auf, gerade für Familien eine intakte Infrastruktur auf dem Land sowie bezahlbaren Wohnraum in den Städten zu fördern. Der Wohlfahrtsverband setzt sich dafür ein, diesen Umbruch in aktiver und positiver Weise zu gestalten.

„Junge Menschen wandern aus ländlichen Gebieten ab, weil sie in den Städten mehr Perspektiven haben. Aber auch auf dem Land werden sie gebraucht“, so die Caritasvorstände Dr. Annette Holuscha-Uhlenbrock (Stuttgart) und Mathea Schneider (Freiburg). Besonders für junge Menschen müsse im ländlichen Raum weiterhin viel getan werden. Kinder und Familien bräuchten mehr Investitionen zur Förderung ihrer Entwicklung und die Chance auf soziale Teilhabe. „Denn der demografische Wandel und der damit verbundene allgemeine Rückgang der Anzahl der jungen Menschen erfordert nicht weniger, sondern sogar mehr Investitionen in Kinder und Familien.“ Gleichermaßen gelte es, für gute Lebensbedingungen für Familien in den baden-württembergischen Städten zu sorgen. Der aktuelle Armuts- und Reichtumsbericht des Landes habe untermauert, dass in den Städten der Wohnungsmarkt noch weiter unter Druck gerate und zusehends die Lebenssituation auch vieler junger Menschen verschlechtere. Um dem großen Bedarf an bezahlbarem Wohnraum gerecht zu werden, brauche es eine Städtebauförderung des Landes.

Gerade aus volkswirtschaftlichen und sozialpolitischen Überlegungen befürworten es die Caritasvorstände, junge Menschen in ihrer Bildung und Erziehung – egal ob auf dem Land oder in der Stadt – mehr zu fördern: „Volkswirtschaftlich werden die wenigen jungen Menschen gebraucht, zum einen als Arbeitskräfte, zum anderen zur Stabilisierung der sozialen Sicherungssysteme.“ Offene Ausbildungsstellen könnten unter den heutigen Vorzeichen häufiger für so genannte „benachteiligte junge Menschen“ oder für langzeitarbeitslose Jugendliche eine Chance darstellen. Genauso sei der Zuzug von Flüchtlingen „ ein Gewinn und eine Chance unter anderem auch für den ländlichen Raum “, und sei daher auch als solche zu begreifen und zu fördern. „Alle politisch Verantwortlichen sollten ein besonderes Augenmerk auf die heranwachsende Generation legen. Sie wird als demografisch relativ kleine Gruppe ihren gesellschaftlichen Beitrag nur leisten können, wenn sie besonders gut ausgebildet ist“, so Schneider und Holuscha-Uhlenbrock.

Unter der Überschrift „Demografische Entwicklung: Zukunft für die Jungen – in Stadt und Land“ markiert die Caritas in Baden-Württemberg auf der Seite www.caritas-waehlt.de ihre Haltung zum demografischen Wandel im Südwesten. Angesichts der bevorstehenden Landtagswahl bewerten die Landtagskandidaten der im Parlament bisher vertretenen Parteien auf dieser Internetseite die Haltung der Caritas zu diesem Thema. Die Wähler können sich hier ein Bild davon machen, welche Ansätze die Kandidaten ihres Wahlkreises vertreten.