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Kinderarmut in Baden-Württemberg
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"Armut ist entwürdigend. Der Wohlfahrtsstaat wurde ins Leben gerufen, um Armut oder zumindest ihre entwürdigenden Eigenschaften
abzuschaffen."(Margalit)
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Die Zahlen des 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2008 zeigen ein anderes Bild vom Wohlfahrtsstaat:
Zwölf Prozent der Kinder in Deutschland sind mittlerweile armutsgefährdet. 1,9 Millionen Kinder unter 15 Jahren sind in Deutschland
unserem Land auf staatliche Unterstützung angewiesen. Mit der Wirtschaftskrise ist das Armutsrisiko gestiegen, auch in Baden-Württemberg.
Armutsgefährdung und manifeste, sowie extreme Armut sind längst keine Einzelschicksale mehr und treffen Kinder ganz besonders
hart.
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Derzeit werden Kinder in von Armut betroffenen Familien über Hartz IV-Leistungen (Regelsatz) folgendermaßen unterstützt:
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Kinder bis fünf Jahre erhalten 215 Euro, Sechs- bis 13-Jährige beziehen 251 Euro und alle Jugendlichen ab 14 Jahren erhalten
287 Euro im Monat. Jedes Schulkind im Hartz IV-Bezug erhält pro Schuljahr 100-Euro für Lernmaterialien.
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Monatlich stehen Kindern unter 6 Jahren daher folgende Beträge zu, um die Grundbedürfnisse zu befriedigen:
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Für Bekleidung/Schuhe: 21,30 Euro
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Für Gesundheitspflege: 7,88 Euro
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Für Verkehr: 9,60 Euro
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Für Freizeit/Unterhaltung/Kultur: 24,41 Euro
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Für Restaurant/Beherbergung: 5,08 Euro
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Für Eltern ist es sehr schwierig, mit den o.g. Mitteln ihren Kinder das zu sichern, was sie für eine altersgemäße Entwicklung
brauchen. Wichtige Dimensionen einer kindgemäßen Entwicklung sind Gesundheit (Bewegung und Ernährung) , Bildung, kulturelle
Betätigung, soziale Kontakte. Schulausflüge, Zoobesuche und Aktivitäten in Vereinen, sogar manche Gegenstände des täglichen
Lebens bleiben i.d.R. unerschwinglich.
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Armut geht immer mit einem zu geringem Einkommen einher. Was aber bedeutet es, besonders für Kinder, arm zu sein? - Mit dieser
Frage beschäftigte sich der Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V., der Diözesanrat der Diözese Rottenburg-Stuttgart
und der Caritasverband für die Erzdiözese Freiburg e.V. Anfang des Jahres. Das Institut für angewandte Sozialforschung an
der Dualen Hochschule Baden Württemberg ist beauftragt worden, in einer Studie über "Arme Kinder und ihre Familien in Baden-Württemberg"
Kinderarmut aus sozialarbeitswissenschaftlicher Perspektive zu untersuchen. Im Juni d.J. wurden die Ergebnisse veröffentlicht.
Die Studie gibt den Menschen hinter den Zahlen ein Gesicht. Betroffene kommen in persönlichen Interviews zu Wort und beschreiben
ihre Situation. Eine Kurzfassung können Sie hier downloaden.
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Die Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:
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Armut bedeutet für Kinder oft einen) Mangel an fundamentalen Entwicklungschancen. Es handelt sich also auch um den Mangel der Aneignung von Fähigkeiten im körperlichen, kognitiven, kulturellen, sozialen und
persönlichen Bereich.
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Kinderarmut resultiert aus der Armut von Eltern und verstärkt die soziale Ungleichheit/Ungerechtigkeit. Eine der wesentlichen
Ursachen von Verarmung ist Arbeitslosigkeit. Keine Arbeit, zu wenig Geld, zu viele Schulden, womöglich keine Wohnung - ein
Teufelskreis.
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Das Armutsrisiko ist umso höher, je jünger die Kinder sind. Insbesondere alleinerziehende oder sehr junge Mütter und Frauen
mit geringer Schulbildung oder fehlendem Schulabschluss haben geringe Chance, ihre Armutslage verlassen zu können.
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Armut wird oft vererbt.
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Armut ist in den Städten in Baden-Württemberg besonders ausgeprägt.
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Armut kann alle treffen, v.a. in Krisenzeiten. Eltern können ihre Kinder unterstützen und den Mangel ausgleichen, wenn sie
Zugang zum Hilfe- und Bildungssystem haben.
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Was tut der Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart?
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Der Caritasverband will in den Caritasregionen und auch auf Landesebene deutlich machen, dass für die Entwicklung von Kindern
der Kontakt zu Gleichaltrigen, das Lernen und die Bildung, die Gesundheit, die Wohnung und das Wohnumfeld ganz wichtige Aspekte
sind, für die jeder Euro lohnt investiert zu werden.
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Konkret ist der Verband auf folgenden Ebenen aktiv:
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Der Caritasverband arbeitet auf Landesebene mit anderen Wohlfahrtsverbänden (Diakonisches Werk, Arbeiterwohlfahrt, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches
Rotes Kreuz, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden) zusammen Ist dem so? um Kinderarmut im Land aktiv zu bekämpfen
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Der Verband führt Gespräche mit Politikern und bringt seine Expertise und Erfahrung aus der Facharbeit ein.
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Der Verband gestaltet die Sozialpolitik in verschiedenen Gremien mit und wirkt so auf die Lebensverhältnisse von Kindern,
Jugendlichen und Familien ein.
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Auf kommunaler Ebene in den Diensten und Einrichtungen, in der Familienhilfe, in der Kinder- und Jugendhilfe, in der Kindertagesbetreuung entwickelt
der Verband wirksame Konzepte der Erziehung, Bildung und Betreuung um das Aufwachsen von Kindern zu fördern und für die Zukunft
zu sichern.
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Caritas vor Ort
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In allen Caritas-Regionen der Diözese werden Kinder durch Maßnahmen wie Hausaufgabenhilfe, Tagesgruppeneinrichtungen oder
Schulsozialarbeit von der Caritas begleitet. Bildung von Anfang an und damit einhergehend ein Schulabschluss sind der Schlüssel
für ein selbstständiges und nicht von Sozialgeld abhängiges Leben. Dafür arbeitet die Caritas eng mit Schulen, Eltern und
außerschulischen Fördereinrichtungen zusammen. Sie möchte, dass die Einkommensarmut der Eltern nicht zur späteren Armut ihrer
Kinder führt und fördert die Entwicklungschancen von Kindern. Zuwendung und Bildung sind das Kapital der Kinder, um ein Leben
selbstständig erfolgreich gestalten zu können.
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Um die Zukunftschancen der Kinder zu sichern fördert die Caritas frühzeitig junge Talente. Das Projekt "Initiative Schatzsuche"
der Caritas in Böblingen ist ein Beispiel dafür. Die Initiative gibt bedürftigen Mädchen und Jungen eine Chance und signalisiert
ihnen "es glaubt jemand an dich". Das Projekt unterstützt finanziell junge Talente. http://www.caritas-schwarzwald-gaeu.de/59053.html .
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Ein weiteres Beispiel für die Kinderförderung ist die Kinderstiftung in der Region Bodensee-Oberschwaben. http://www.kinderstiftung-ravensburg.de/ .
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Ein Kind, das die deutsche Sprache nicht gut beherrscht, ist in seiner individuellen Entwicklung gehemmt und hat deutlich
schlechtere Ausbildungs- und Berufschancen. Daher ist es der Caritas ein Anliegen, frühzeitig Kinder in ihrer Artikulation
zu bilden. Die Sprachförderung der Caritas Ulm zum Beispiel unterstützt Kinder mit sprachlichem Förderbedarf zusätzlich im
Kindergarten und in der Grundschule. Durch gemeinsames Singen, Spielen, Vorlesen und im Gespräch erweitern Mitarbeiterinnen
deren Wortschatz und die Grammatik. http://www.caritas-ulm.de/29028.html .
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Auch die gesundheitliche Entwicklung von Kindern liegt der Caritas am Herzen. In der Region Ost-Württemberg bietet die Caritas
Kinder-Kur-Erholung an. Diese ist eine gesundheitsfördernde Maßnahme, die von den Krankenkassen unterstützt wird. Die Kur
beinhaltet ärztliche Betreuung, eine ausgewogene Ernährung, Luftveränderung, ausgiebige Ruhe, professionelle Betreuung von
angehenden Erzieherinnen und vor allem ein für Kinder ansprechendes Freizeitprogramm. http://www.cv-ost-wuerttemberg.caritas.de/43156.html
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Kontakt: Kirstina Heitz, Fundraising, Telefon: 0711/2633-1133, heitz@caritas-dicvrs.de
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