Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart e.V. - Stellungnahmen

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Diözesan-Caritasverband Rottenburg-Stuttgart, 21.02.2006

Resolution: Bildungschancen stärken Familie!

Auf der Caritas-Vertreterversammlung 2006 im Februar in Stuttgart verabschiedeten die Mitglieder des Caritasverbandes der Diözese Rottenburg-Stuttgart einstimmig eine Entschließung zur Familien- und Bildungspolitik.

“Familien zu stärken ist eine zentrale Option für die Zukunft. Kinder-freundlichkeit ist die nachhaltigste und effizienteste Zukunftspolitik.“ (Bischof Gebhard Fürst, Neujahrsansprache 2006).

Für die Caritas ist Familie dort, wo Eltern und Kinder sind. Familie als soziales Netz und Ort ganzheitlicher Bildung gilt es in Baden-Württemberg zu stärken und durch eine nachhaltige Familienpolitik zu unterstützen. Weil die soziale Herkunft wesentlich die Bildungslaufbahn von Kindern und Jugendlichen prägt, treten wir als Caritas insbesondere für die Stärkung und Förderung der Familie als Vermittlerin von Bildungs- und Entwicklungschancen ein:

·          Die Erziehungs- und Bildungskompetenz insbesondere von jungen Eltern zu fördern und geeignete Maßnahmen des Wissenserwerbs und der Weiterbildung anzubieten, verstehen wir als eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich alle Kräfte zuwenden sollten.

·          Familienorientierte Sprachförderung und alltagsnahe, ganzheitliche   Bildung von Kindern und   Müttern mit Migrationshintergrund, haben für uns daher eine hohe Priorität. Die Caritas plädiert für ihre frühest mögliche Förderung, um Entwicklungslücken rechtzeitig zu erkennen und auszugleichen.

·          Ein knappes Drittel aller Kinder und Jugendlichen kommt aus Familien mit Migrationshintergrund. 9% der deutschen und 19 % der nichtdeutschen Jugendlichen verlassen die Schule ohne Abschluss. Die Caritas tritt für die Verbesserung ihrer Zugangschancen zu Bildung/Ausbildung und Beruf ein. Sie fordert, die gesellschaftliche Beteiligung von ausländischen Kindern und Jugendlichen durch sozialintegrative Maßnahmen und soziale Netzwerke zu stärken.

·          Die Ganztagesschule gilt es flächendeckend als Ort der Bildung, Erziehung und Betreuung auszubauen sowie durch außerschulische Aktivitäten und Unterstützungen zu flankieren, um Kindern und Jugendlichen Räume der nachholenden Sozialisation und Bildung zu eröffnen und sie zu befähigen, ihre Lebenswelt mitzugestalten.

Dienste und Einrichtungen der Caritas werden auch künftig Familien in ihrer Bildungsfunktion unterstützen und stärken. Ausländische Familien und Familien, die am Rande des Existenzminimums leben, sind dabei ganz besonders im Blick. Deren Kommunikationskompetenz innerhalb der Familie und im sozialen Umfeld, deren Alltagsfähigkeiten und Wissenserwerb gilt es gezielt zu fördern. Denn diese Kompetenzen sind in hohem Maße bildungsrelevant und darum für Caritas eine zentrale Voraussetzung, damit die Integration benachteiligter Familien gelingen kann.